EU-Öko-Verordnung

Bio-Verbände plädieren für mehrheitsfähige Lösungen für Weideregelung

Trilog-Verhandlungen gehen in entscheidende Phase

Bio-Verbände plädieren für mehrheitsfähige Lösungen für Weideregelung © stock.adobe.com / Soru Epotok

Die Verbände Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis warnen vor dem Scheitern der Verhandlungen zur Weideregelung in der EU-Öko-Verordnung. Der abschließende Trilog darüber ist für kommenden Dienstag, 20. Oktober geplant. Um Verbesserungen für Bio-Betriebe zu ermöglichen, müsse die EVP ihre Position überdenken, so die Verbände.


Anzeige

Streitpunkt sind insbesondere die vom EU-Parlament geforderten ‚innovativen Haltungssysteme‘, die auf einen von MEP Stefan Köhler (CSU/EVP) eingebrachten und gemeinsam mit dem Bayerischen Bauernverband (BBV) entwickelten Vorschlag zurückgehen. Diese Forderung findet laut den Verbänden aktuell weder im Rat noch bei der Kommission Unterstützung, sie stoße vielmehr auf breiten Widerstand. Dass daran durch einzelne Vertreter der EVP unnachgiebig festgehalten wird, gefährde die Chance auf konkrete Verbesserungen für die betroffenen Bio-Betriebe.

„Interessenvertretung braucht Augenmaß und muss sich auf erreichbare Ziele fokussieren. Wer an einer Position festhält, die auf EU-Ebene keine Mehrheit findet, riskiert, alles zu verlieren. Das ist ganz sicher nicht im Interesse der Bio-Betriebe. Für den jetzt anstehenden finalen Trilog braucht es eine mehrheitsfähige Lösung, statt dem Festhalten an aussichtslosen Maximalforderungen“, erklären Bioland, Naturland, Demeter und Biokreis

Scheitern die Verhandlungen, bleiben die bestehenden nationalen Weideregelungen unverändert. Damit wäre nach den Verbänden die Chance auf mehr Flexibilität für betroffene Betriebe vertan. Auch weitere Verbesserungen, die im selben Maßnahmenpaket verhandelt werden, etwa bei der Summenregelung und der Überdachung von Ausläufen, gerieten in Gefahr. Dadurch würden viele tierhaltende Bio-Betriebe benachteiligt.

Als Alternative schlagen die Bio-Verbände einen Kompromissentwurf innerhalb der EVP vor, der ein regional angepasstes Weidemanagement vorsieht und mehrheitsfähig sei. Der Vorschlag werde auch vom Bio-Dachverband IFOAM Organics Europe und vom Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) unterstützt. Er trage den unterschiedlichen betrieblichen Voraussetzungen Rechnung und ermögliche mehr Flexibilität, ohne das Weideprinzip grundsätzlich infrage zu stellen.

„Unser voller Fokus liegt darauf, für die Bio-Betriebe konkrete Verbesserungen zu erreichen. Das gelingt nur mit einem Ansatz, der auf EU-Ebene eine Mehrheit finden kann und nicht durch das Bauen von Luftschlössern“, betonen die Verbände. Sie fordern die EVP daher auf, ihre aktuelle Position zu überdenken und auf den Alternativvorschlag umzuschwenken.

Veröffentlicht in Bio-Tops
Anzeige

Das könnte Sie auch interessieren

Tierhaltung

Naturland kritisiert strenge Auslegung der Bio-Weidepflicht

Heigl: Praxisferne Regeln hemmen Bio-Wachstum

Naturland kritisiert strenge Auslegung der Bio-Weidepflicht © stock.adobe.com/Mediaparts

Auf der Grünen Woche hat der Bio-Anbauverband Naturland mehr Freiheit für Bio-Betriebe gefordert. Hintergrund ist die Weideverpflichtung, die Bio-Landwirte in Deutschland seit 2025 umsetzen müssen. Das hat die EU-Kommission in einem Pilotverfahren (einer Vorstufe des Vertragsverletzungsverfahrens) gegen die Bundesrepublik im November 2024 klargestellt.

24.01.2025Bio-Topsmehr...
Stichwörter: Tierhaltung, EU-Ökoverordnung, Landwirtschaft, Verbände, Erzeuger, EU-Öko-Verordnung, Agrarpolitik, Ökolandbau, Weidehaltung, Trilogverhandlungen, Europäische Union

Bio-Recht

Weidepflicht für Bio-Betriebe steht auf der Kippe

Übergangsfrist für Bio-Importe aus Drittstaaten soll verlängert werden

Weidepflicht für Bio-Betriebe steht auf der Kippe © stock.adobe.com / Sonja Birkelbach

Der Agrarausschuss im EU-Parlament hat gestern einer Novelle zur Vereinfachung der EU-Öko-Verordnung zugestimmt. Besonders umstritten ist darin ein Änderungsantrag, nach dem die Weidehaltung von Bio-Tieren künftig zur freiwilligen Option werden soll. Er wird von der Bio-Branche abgelehnt. Dagegen begrüßen die Verbände den Beschluss, Bio-Warenimporte aus Drittstaaten wie den USA noch länger als gleichwertig anzuerkennen.

15.07.2026Bio-Topsmehr...
Stichwörter: Tierhaltung, EU-Ökoverordnung, Landwirtschaft, Verbände, Erzeuger, EU-Öko-Verordnung, Agrarpolitik, Ökolandbau, Weidehaltung, Trilogverhandlungen, Europäische Union

Anzeige

Agrarpolitik

BÖLW: EU-Parlament muss Chance zur Vereinfachung von Bio nutzen

Deutscher Bio-Sektor bringt Vorschläge ein

Der Bund Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW) fordert das Europäische Parlament dazu auf, die Vorschläge der EU-Kommission zur Vereinfachung der EU-Verordnung zu bestätigen und an einigen Stellen zielgerichtet zu verbessern. Vorschläge dafür hat der Verband den Abgeordneten vorgelegt. Sie betreffen die Kennzeichnung von Importwaren, Gruppenzertifizierung, Einzelhandelskontrollen und Fragen der Öko-Tierhaltung wie Auslaufüberdachung für Rinder und Schweine sowie eine flexiblere Regelung der Weidepflicht.

24.03.2026Bio-Topsmehr...
Stichwörter: Tierhaltung, EU-Ökoverordnung, Landwirtschaft, Verbände, Erzeuger, EU-Öko-Verordnung, Agrarpolitik, Ökolandbau, Weidehaltung, Trilogverhandlungen, Europäische Union

Stichwörter: Tierhaltung, EU-Ökoverordnung, Landwirtschaft, Verbände, Erzeuger, EU-Öko-Verordnung, Agrarpolitik, Ökolandbau, Weidehaltung, Trilogverhandlungen, Europäische Union

Stichwörter: Tierhaltung, EU-Ökoverordnung, Landwirtschaft, Verbände, Erzeuger, EU-Öko-Verordnung, Agrarpolitik, Ökolandbau, Weidehaltung, Trilogverhandlungen, Europäische Union

Stichwörter: Tierhaltung, EU-Ökoverordnung, Landwirtschaft, Verbände, Erzeuger, EU-Öko-Verordnung, Agrarpolitik, Ökolandbau, Weidehaltung, Trilogverhandlungen, Europäische Union