Agrarpolitik
Haushaltsausschuss will alternative Proteine fördern
Ausstieg aus der Tierhaltung wird mit 20 Millionen Euro unterstützt
Bei der Bereinigungssitzung zum Haushalt 2024 der Bundesregierung, die Ende letzter Woche stattfand, wurden Gelder für die Umstellung der Landwirtschaft von der Nutztierhaltung auf die Erzeugung ‚innovativer Proteine für die Humanernährung‘ bewilligt. Insgesamt 47 Millionen Euro sollen ab 2024 für das sogenannte ‚Chancenprogramm Höfe‘ bereitgestellt werden. Als ‚Proteine der Zukunft‘ werden dabei neben pflanzlichen und fermentierten auch zellkultivierte aus dem Labor betrachtet.
Einen ‚Paradigmenwechsel‘ in der staatlichen Förderung der Landwirtschaft sieht die Grünen-Abgeordnete Zoe Mayer in dem neuen Programm, mit dem die heimische Proteinproduktion unterstützt werden soll. 20 Millionen Euro sind für Hilfen zum Ausstieg aus der Tierhaltung und zum Einstieg in die Herstellung und Verarbeitung pflanzlicher, fermentierter und zellkultivierter Proteine für die menschliche Ernährung vorgesehen. Neue Methoden für die Produktion und Verarbeitung solcher Proteine sollen mit zehn Millionen Euro bezuschusst werden.
Daneben soll die Eiweißpflanzenstrategie des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) künftig vor allem auf die Humanernährung anstatt auf Futtermittel ausgerichtet sein. Außerdem sind ein Kompetenzzentrum zum Thema Proteine der Zukunft und ein Stakeholder-Forum zu Proteinquellen für die menschliche Ernährung geplant. Die weitere Ausgestaltung des ‚Chancenprogramms Höfe‘ bleibt abzuwarten.
Derweil können auch Landwirte, die ihre Tierhaltungsstandards durch Stallumbauten verbessern wollen, auf baldige Unterstützung hoffen: Das Bundesprogramm zur Förderung des Umbaus der landwirtschaftlichen Tierhaltung, das mit einer Milliarde Euro dotiert ist, wurde vom Haushaltsausschuss entsperrt und kann damit in die Umsetzung gehen.


