Laborfleisch
Asiatische Verbände wollen Zulassung von Reaktorfleisch pushen
Heidelberger Unternehmen stellt ersten Zulassungsantrag in der EU
Zellfleisch aus dem Labor ist bisher erst in Singapur und den USA für den kommerziellen Verkauf zugelassen. Branchenorganisationen aus der Region Asien-Pazifik (APAC) wollen den Zulassungsprozess in ihren Ländern jetzt beschleunigen und haben zu diesem Zweck ein gemeinsames Koordinationsforum für Regulierungsfragen ins Leben gerufen. Derweil hat das Heidelberger Unternehmen The Cultivated B den ersten Zulassungsantrag für Reaktorfleisch bei der EU eingereicht.
Initiatoren des Forums waren das Good Food Institute APAC und die ‚APAC Society for Cellular Agriculture’. Lebensmittel aus dem Labor unterliegen in der APAC-Region unterschiedlichen regulatorischen Rahmenbedingungen. Das Forum will den Wissensaustausch zu Sicherheitsbewertung und Kontrollen erleichtern und die grenzüberschreitende Koordination zwischen den zuständigen nationalen Behörden unterstützen. Beteiligt sind Verbände aus Singapur, Australien, China, Israel, Indien, Japan, Südkorea, Malaysia und Indonesien.
In der Europäischen Union ist derweil der erste Zulassungsantrag für Reaktorfleisch unterwegs. Er wurde vom Heidelberger Unternehmen The Cultivated B (TCB) im September bei der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) eingereicht und betrifft Hot Dog-Brühwürste, die sowohl aus pflanzlichen Proteinen als auch „beträchtlichen Mengen“ an Reaktorfleisch bestehen. TCB ist eine Tochter des Lebensmittelkonzerns InFamily Foods, zu dem auch The Family Butchers gehört – das zweitgrößte Wurstverarbeitungsunternehmen in Deutschland. Letzteres sei an der Entwicklung maßgeblich beteiligt gewesen.


