Nachhaltigkeit
„Klimahandeln muss Wirtschaftsgut werden“
Rudolf Bühler spricht vor den Vereinten Nationen
© BESH
Vom 8. bis 17. Juli tagte in New York das Hochrangige Politische Forum für Nachhaltige Entwicklung (HLPF) der Vereinten Nationen, das für die Umsetzung der 17 UN-Ziele für Nachhaltige Entwicklung (SDGs) verantwortlich ist. Rudolf Bühler, Gründer der Bäuerlichen Erzeugergemeinschaft Schwäbisch Hall (BESH), war vor Ort und sprach beim Forum des Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC) im Auftrag der Weltbauernorganisation (WFO) über den Kampf gegen Armut durch eine angemessene Vergütung von klimafreundlicher Landwirtschaft.
Die BESH ist seit 2018 bei den Vereinten Nationen in New York als ständiges Mitglied des Wirtschafts- und Sozialausschusses mit Stimme und Rederecht vertreten. Hintergrund ist die Deklaration für die weltweiten Bauernrechte, die 2017 im Rahmen des World Organic Forums auf Schloss Kirchberg finalisiert und bei der UN-Vollversammlung in New York im Dezember 2018 verabschiedet wurde.
Im Fokus des diesjährigen HLPF standen die SDGs 13 und 1 – Klimaschutz und die Bekämpfung von Armut. „Klimahandeln muss zu einem Wirtschaftsgut werden“, sagte Bühler in seiner Rede. „Das bedeutet, dass klimafreundliche Praktiken von Landwirten finanziell entschädigt und schädliche Klimaauswirkungen entsprechend ihrer Gesamtkosten in Rechnung gestellt werden müssen.“ Durch eine solche finanzielle Entschädigung wäre es seiner Einschätzung nach möglich, Armut – insbesondere bei kleinbäuerlichen Familien – in hohem Maße zu beseitigen.
Als bereits bestehende Rahmenwerke, die in die richtige Richtung gehen, nannte Bühler etwa die Richtlinie zur Nachhaltigkeitsberichterstattung (CSRD) oder die Treibhausgasbilanzierung und -verifizierung für Unternehmen nach ISO 14064. Durch die Umsetzung solcher Instrumente könne sich das volle Potenzial der nachhaltigen Landwirtschaft entfalten und die Entwicklung hin zu klimafreundlichen Volkswirtschaften und friedlichen Gesellschaften ohne Armut angestoßen werden.


